Kehmstedt

Kehmstedt

Gesamtfläche: 1137,7269 ha
Einwohnerbestand: 482
Stichtag: 30.09.2014

Bürgermeister: Hr. Merx
Telefon: +49 36338 63580

Öffnungszeiten Gemeindeamt:
Donnerstag 17.00–18.00 Uhr

Lage
Im Norden Thüringens, im westlichen Teil des Landkreises Nordhausen, in den Niederungen nördlich der Hainleite und nordöstlich der Bleicheröder Berge liegt die Gemeinde Kehmstedt.

Geschichte
Entstanden ist Kehmstedt wahrscheinlich um 800, wobei der Ortsname soviel bedeutet wie Stätte des "Cerno". Die erste urkundliche Erwähnung datiert jedoch erst aus dem Jahre 1093, als die Grafen von Northeim dem Kloster Bursfelde Güter in "Kemestide et Belkerode" geschenkt haben. Der Ortsname veränderte sich im Laufe der Jahrhunderte mehrfach. So übertrug der Graf Heinrich von Kerchberg 1295 das Eigentum von 3 Hufen Land in "Kemestede" an Walkenried. Im Gesetz der Stadt Nordhausen wird 1308 "Kimestete" erwähnt. Im Jahre 1527 hat das Kloster in Ilfeld aus "Komestedt" Zins zu beziehen. Die Gegend um Kehmstedt muss in früherer Zeit weit stärker besiedelt gewesen sein. Wenigenkehmstedt lag etwas östlich von Kehmstedt und scheint nur ein kleines Nebendorf von Kehmstedt gewesen zu sein. Die "Hofstätten" und die "Kleinkehmstädtsäcker" erinnern noch an diesen Ort. Urkunden sind für Wenigenkehmstedt nicht bekannt. Alterode lag an einem Hügel nordwestlich von Kehmstedt, und Böhlingen nordwestlich von Alterode. Die Feldgegend, in der sich das Dorf befand, heißt heute noch "Böhlingen". 1334 hat das Nordhäuser St. Crucisstift Besitz in deserta Bulingen (Zehntbuch des Doms). Wann diese Orte genau untergegangen sind, ist nicht mehr nachvollziehbar.

Die ersten Aufzeichnungen beginnen im Kirchenbuch der Gemeinde mit dem Jahr 1620, wo außer dem Verzeichnis der Taufen, Trauungen und Sterbefälle auch einzelne Notizen zum Kriegsgeschehen gemacht wurden.
Die St. Martin Kirche wurde im 17. Jahrhundert erbaut. Eine Schule wird in Kehmstedt erstmals 1682 erwähnt. Der Theologe, Poet und Geschichtsschreiber Gottlieb Christoph Schmaling (1729 bis 1800) wurde am 11. April 1729 in Kehmstedt geboren.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren Ackerbau und das Leineweberhandwerk die Erwerbsgrundlage der Kehmstedter. 1876 wurde ein großer Teil des Ortes durch eine Brand- katastrophe zerstört.
Nach dem 2. Weltkrieg konnte die mittelalterliche Dorfstruktur nicht mehr erhalten werden. Eine Schule gibt es in Kehmstedt seit dem 01.09.68 nicht mehr, die Kinder fuhren zuerst nach Bleicherode und dann nach Wipperdorf.

Allgemeines
Im Jahre 1993 konnte der Ort seine 900-Jahr-Feier begehen.