Lipprechterode

Lipprechterode

Gesamtfläche: 967,1743 ha
Einwohnerbestand: 523
Stichtag: 30.09.2014

Bürgermeister: Herr Kirchner
Telefon: +49 36338 42706

Öffnungszeiten Gemeindeamt:
Donnerstag 16.00–18.00 Uhr

Lage
In Nordthürignen, am Nordhang der Bleicheröder Berge liegt das von der Bode gleichsam in zwei Teile zerschnittene Dorf Lipprechterode.

Geschichte
Das Siedlungsgebiet des Dorfes scheint eine Schenkung zu sein. Schuletes (Direct. Dipl. I S. 251) schreibt, dass seit alter Zeit das Kloster Bursfelde bei Münden an der Weser hier einen Klosterhof besitze. In der gleichen Urkunde heißt es: "1119 übergibt der thüringische Graf Wichmann der Hauptkirche S. Mariae zu Erfurt die Kirchen Luibrethrod und Busteleben". Die St.-Johannes-Kirche in Lipprechterode wurde ursprünglich im romanischen Baustil errichtet. Es ist überliefert, dass die Kirche durch Benediktinermönche erbaut wurde. Es ist anzunehmen, dass um diese Zeit der Ort bereits bestand, denn seit dem 10. Jahrhundert begann die Zeit der Rodungen, besonders in den großen Waldgebieten des Harzes, des Thüringer Waldes und des Frankenwaldes. Da die Siedler des Dorfes ihren Zehnten und Dienstleistungen an den Bursfelder Klosterhof zu entrichten hatten, ist anzunehmen, dass das gerodete Gebiet später durch eine Schenkung des Königs kirchliches Eigentum geworden ist.
Da kein Feudalherr ansässig sein durfte, brachte dieser Umstand für die Dorfbevölkerung erhebliche Vorteile. Frondienste waren nur in geringem Umfang zu bringen, denn der Klosterhof bewirtschaftete nur wenig Land.
Interessant ist, dass der Herzog von Braunschweig im Jahre 1621 für Lipprechterode (schon jetzige Schreibweise) eine Münze genehmigte. Dieses Vorrecht, selbst Münzen prägen zu dürfen, wurde nur wenigen Orten gewährt.
Die Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) brachte Not, Elend und Schrecken auch nach Lipprechterode. Nur langsam ging es wieder aufwärts. Neben der Landwirtschaft war um 1700 als günstige Erwerbsquelle noch die Leinenweberei hinzugekommen.
1801 gab es im Ort 74 Wohnhäuser mit Schenke, Försterei, Amt und Amtsdiener. Die Einwohnerzahl betrug 500. 1808 wurde das Königreich Westfalen gegründet und der Bruder Napoleons residierte in Kassel. Die Verwaltung wurde nach französischem Vorbild gestaltet. Lipprechterode gehörte zum Kanton Bleicherode, dem Distrikt Nordhausen und zum Harz-Departement, dessen Hauptstadt Heiligenstadt wurde.

Allgemeines
Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Kalischächte in Bleicherode und Kleinbodungen in Betrieb gingen, brachte das auch für Lipprechterode eine erhebliche Verbesserung der wirtschaftlichen Situation.
Durch die Wiedervereinigung gingen viele Arbeitsplätze verloren, Handels- und Handwerks- betriebe sowie in geringem Umfang die Landwirtschaft sind heute die Arbeitgeber im Ort.

In Lipprechterode sind zur Zeit vier Vereine aktiv. Dies sind die Freiwillige Feuerwehr, der Lipprechteröder Carneval Club, der Männergesangverein und der Sportverein "Blau Weiß 90".