Niedergebra

Niedergebra

Gesamtfläche: 997,8366 ha
Einwohnerbestand: 679
Stichtag: 30.09.2014

Bürgermeister: Fr. Krumm
Telefon: +49 36338 62410

Öffnungszeiten Gemeindeamt:
Mittwoch 17.00–19.00 Uhr

Lage
In Nordthüringen, zwischen den Bleicheröder Bergen und der Hainleite, liegt die Gemeinde Niedergebra. Die erste urkundliche Erwähnung fällt in das Jahr 1162, das Gebiet wurde jedoch weitaus früher besiedelt, wie in dem in der Urkunde erwähnten Namen "Gevere" zu entnehmen ist. Der Gebrauch dieses Namens war vom 3. bis 7. Jahrhundert üblich und die Ortsgründung kann in diese Zeit eingeordnet werden. Niedergebra besitzt noch heute einen Waldkomplex auf der Hainleite, der seit dem 11. bzw. 12. Jahrhundert Eigentum der Gemeinde ist. Im 14./15. Jahrhundert war Niedergebra ein mit Palisaden umgebenes Wehrdorf, das unter braunschweigischer Herrschaft stand.

Geschichte
Die Grafen vom Hagen übten einen wesentlichen Einfluss auf den Ort und seine Entwicklung aus. Friedrich Philipp vom Hagen (1683 bis 1754) war Landrat der unter preußischer Herrschaft befindlichen Grafschaft Hohnstein. An diesen ersten Landrat des Kreises Nordhausen erinnert bis heute in Niedergebra das alte Hagensche Schloss, dass wegen seiner Schieferbedachung der "Blaue Hof" genannt wurde. Es wurde in den Jahren 1725 bis 1735 erbaut, ist einer Wasserburg nachgebildet. Das Herrenhaus ist an allen vier Ecken mit einem quadratischen Turm verstärkt. Die Anlage ist von einem Wassergraben umgeben, über den eine steinerne Brücke zum Eingangsportal führt.

Nachdem die ehemaligen Besitzer das Wasserschloss verlassen mussten, wurde es ab 1950 zum Feierabend- und Pflegeheim. Das Wasserschloss wurde vom Eigentümer, dem Landratsamt Nordhausen verkauft und befindet sich im Privtbesitz.

Der Sohn Friedrich Philipps von Hagen, Ludwig Philipp von Hagen (1724 bis 1771) wurde von Friedrich dem Großen zum "Wirklichen Geheimen Etats-, Kriegs- und dirigierenden Minister beim Generaldirektorium" ernannt. Somit wurde er an die Spitze der preußischen Staatsverwaltung gestellt. Von ihm wurden wichtige Reformen und Verbesserungen in der Verwaltung durchgeführt.

Allgemeines
Ein weiteres erwähnenswertes Bauwerk Niedergebras ist die sogenannte Apostelbrücke. Sie wurde aus Steinen des abgerissenen Hauptturmes von Amt Lohra erbaut. Einst war sie die erste befahrene Brücke über die Wipper. Sie wurde um 1670 vom Grafen von Sain-Wittgenstein, ihm gehörte damals die Grafschaft, errichtet. Da sie im Jahre 1751 einsturzgefährdet war, wurde die auf königliche Kosten neu erbaut. Der steinerne Unterbau stammt aus dem Jahre 1803. Die jetzige Brücke stammt aus dem Jahre 1850. Im Jahre 1950 wurde das westliche Gewölbe durch die Gemeinde Niedergebra erneuert.
Der Name Apostelbrücke wird einer Sage nach auf Bonifatius zurückgeführt, welcher angeblich hier gepredigt hat. Es ist aber auch möglich, dass es sich um den abgewandelten Ausdruck von "Bosselebner" (Pustlebener) Brücke handelt, da die Straße über die Brücke nach Pustleben führt.

Handel, Handwerk und Landwirtschaft bestimmen die wirtschaftliche Struktur des Ortes. An der B 80 befindet sich ein Gewerbegebiet. Hier befindet sich eine Tankstelle, ein Autohaus und ein Lebensmittelmarkt.
Ein Kinderdorf mit vier Häusern in Trägerschaft des Jugendsozialwerkes Nordhausen hat sich in Niedergebra angesiedelt. Ca. 40 Kinder haben hier eine Heimstatt gefunden.
An Vereinen existieren in Niedergebra die Ortsfeuerwehr, der Männergesangverein "Harmonie" und der Sportverein Eintracht und der Schützenverein.

Im Jahre 2012 beging die Gemeinde ihr 850jähriges Jubiläum im Rahmen einer Festwoche.